Rundum satter Sound

TC Bigband zeigt bei ihrem Herbst-Gala-Konzert in Haßloch neue Facetten


Von unserem Mitarbeiter
Joerg Schifferstein


Wer sich zum Konzert der TC Bigband aus Haßloch aufmacht, der weiß genau, auf was er sich einlässt, der hat ein klares Erwartungsschema, will den Swing erleben, sich in die Ära der großen Bigbands und der legendären Bandleader wie Glenn Miller, Thommy Dorsey, Duke Ellington oder Benny Goodman zurückversetzen lassen. Genau deshalb kommen immer wieder und vor allem immer mehr Zuhörer zum jährlichen Gala-Konzert der Band ins Hannah-Arendt-Gymnasium nach Haßloch. Stühle anstellen hieß es dann auch am Samstagabend, denn zum Beginn des Abends konnte Band-Präsident Gerd Wolff vom größten Ansturm auf die Karten berichten, seit es diese Veranstaltung gibt.


Und das Publikum wurde nicht enttäuscht, was alleine die Tatsache belegt, dass am Ende des Abends nach drei Zugaben die Musiker noch einmal in die Notenmappe greifen mussten, um noch eine draufsetzen zu können. Bis zum letzten Akkord war die Spielfreude zu spüren, mit der die Musiker unter Leitung ihres Bandleaders Paul Schütt an ihre Musik herangehen. Wenn von „ihrer Musik" die Rede ist, so ist das für einige Mitglieder des Ensembles durchaus wörtlich zu verstehen, denn sie haben das „Herüberschwappen" des Jazz und des Swing über den großen Teich noch in ihrer Jugend erlebt, damals ihre Liebe zu diesem Stil entdeckt und sie sich bis heute bewahrt. Vielleicht ist es gerade dieses „Herzblut", das die Instrumentalisten stets zu neuen Höchstleistungen antreibt, vielleicht ist es aber auch Paul Schütt, der es einfach bestens versteht, sein Team neu anzuspornen und die Leistungen immer noch ein bisschen zu steigern.


Vom Konzert am Samstag blieb in jedem Fall der Eindruck, die TC Bigband mit neuem Schwung, irgendwie etwas anders als sonst erlebt zu haben. Schon die Eröffnung mit den „TC-Kids", dem Nachwuchs der Musiker, der ein Instrument erlernt, und mit Papi und Mami zusammen ein Stück auf der Bühne spielen durfte, machte einfach Spaß. Von der Dreijährigen mit der Flöte über eine kleine Geigerin bis hin zum fast erwachsenen Gitarristen reichte der „Nachwuchs". Daneben gab es einige neue Gesichter in der Band, die durchaus auch positive Einflüsse auf den Sound hatten. Dazu noch die geschickte Doppelbesetzung bei Improvisationen oder Soli - mal mit zwei Bassposaunen, zwei Tenorsaxophonen oder zwei Trompeten -, all das zeigte, dass die TC Bigband zwar in der Tradition der großen Vorbilder verharrt, aber keinesfalls in ihrer eigenen Entwicklung stehen bleibt.


Einfach ein Genuss ist es, wenn Sängerin Angelika Rothert auf die Bühne kommt. Gleich ob alter Swingtitel, deutsch und pfälzisch übersetzte Texte oder knackige Soul-Titel wie „Respekt" das kleine blonde Energiebündel wird jeder Lage stimmlich gerecht. Schon „Perfidia", der erste Titel der Sängerin, zeigt, dass auch Angelika Rothert an ihrer Aufgabe innerhalb der Band gewachsen ist. Ihr charmantes Kichern, die energiegeladene Gestik und ihre gesamte Ausstrahlung sind ein Gewinn für die Bigband, der sie mittlerweile fünf Jahre angehört. Ihre Interpretation von „Summertime" oder auch des Standards „Moonlight in Vermont" hatten es in sich.


Lob verdiente am Samstagabend vor allem einmal die Trompeter-Sektion, die sich von ihrer besten Seite zeigte, den insgesamt satten Sound der Band noch ein wenig zu toppen verstand - mit herausragenden Soli, feinem Background und immer wieder Ausflügen in die oberen Etagen des Tonumfangs. Zusammen mit den schön groovenden Saxophonen und der soliden Basisarbeit der Posaunen und der Rhythmusgruppe hinterließen alle Akteure auf der Bühne ein rundum gelungenes Bild.


So wird sicher mancher im Saal der angekündigten neuen CD der Band entgegenfiebern, die im kommenden Jahr erscheinen soll, um die Bigband auch zu Hause genießen zu können.

 

POESCHH / POESCHH

Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ
Regionalausgabe: Mittelhaardter Rundschau
Datum: Nr.258
Datum: Dienstag, den 07. November 2006
Seite: Nr.19
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