Sound ist deutlich knackiger

TC Big Band gefällt bei Konzert in Haßloch - Frisches Blut im Trompetensatz


Von unserem Mitarbeiter
Joerg Schifferstein


Das Gala-Herbstkonzert der TC Big Band im Haßlocher Hannah-Arendt-Gymnasium ist jedes Jahr so etwas wie das kleine Mekka der Swing-Freunde. Dorthin pilgern sie, um den Sound der Ära von Tommy Dorsey, Benny Goodmann, Duke Ellington oder natürlich Glenn Miller neu zu erleben.


Die Laienmusiker auf der Bühne haben sich diesen Klängen verschrieben und verwöhnen stets das Publikum mit schönen Arrangements des Mainstream-Swing. Diesem Grundsatz, der den Erfolg der Band, die seit 32 Jahren auf der Bühne steht, ausmacht, haben die Akteure unter Leitung von Paul Schütt auch in diesem Jahr eingehalten, aber dennoch präsentierte sich die Band im neuen Gewand. Nicht nur die neuen Krawatten fielen auf, nein auch der Sound war knackiger als bisher, was sicher darauf zurückführen lässt, das neue Musiker, vor allem im Trompetensatz, das Ensemble als Ganzes nach vorne bringen.


Was natürlich nicht heißen soll, dass die Mannschaft nicht bisher schon gute Leistungen geliefert hat. Da ist zum einen Heini Kellner, 82 Jahre alt und am Tenor-Saxophon eine Granate, oder Rainer Dietz mit Alt-Saxophon und Klarinette, der auch am Samstagabend wieder für gelungene Soli zuständig war. Aber dennoch spürte der Zuhörer, dass Markus Irmler und Uli Brückbauer die Trompetensektion nach vorn treiben.


Auch bei den Posaunen hat sich einiges getan, die Bassposaune ist neu besetzt, kommt satt zum Publikum rüber, während sich Alt-Meister Larry Miller - immerhin auch schon über 70 Jahre alt - mit der Ventilposaune bei verschiedenen Soli austoben konnte. Miller schafft es, trotz der gegenüber der Zugeposaune eingeschränkten Möglichkeiten, sehr breitgefächert zu improvisieren, so dass der Unterschied zwischen den Instrumenten kaum auffällt.


Ins Gewicht fällt auch, dass die Band neue Stücke, darunter Werke aus der Feder von Maynard Ferguson (Coconut Champagne) oder von Sammy Nestico, dem Arrangeur der Count Basie Big Band ins Programm aufgenommen hat. „Switch in Time" war ein solches Stück, das für den neuen Drive stand.


Gut gefiel auch die Ballade „Danny Boy" (Londonderry Air), die schon Glenn Miller im Programm hatte, die am Samstagabend Band-Präsident Gerd Wolff sang, der gemeinsam mit Dirigent Paul Schütt durchs Programm führte. Die beiden spielten sich wie gehabt die Bälle zu, und mit flotten Sprüchen heiterten sie das Publikum auf. Da machte es auch nichts, wenn Wolff Schütt als den Mann im Konfirmandenanzug (der Dirigent trug als einziger einen Anzug) bezeichnet. Ansonsten gab es das, was vom Publikum erwartet wird: schönen und vor allem vielseitigen Gesang von Angelika Rothert, die am Samstag wieder eine grandiose Leistung auf der Bühne im Hannah-Arendt-Gymnasium ablieferte, einen runden Gesamtsound mit bekannten und neuen Aspekten, beispielsweise den „New Orleans Gumbo-Jumbo" oder ein sehr gelungene Version von „My Way", mit einer einer schönen Trompeten-Improvisation. Für Stimmung sorgten zudem die blauen Lämpchen (passend zu den neuen Krawatten), die von der Band am Eingang ausgegeben worden waren und mit denen das Publikum den Konzertsaal illuminieren konnte.

 


Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Mittelhaardter Rundschau
Datum: Montag, den 05. November 2007
 

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