Mitreissendes Miteinander

Starke Vorstellung: Die TC Big Band Haßloch begeistert ihr Publikum in der Erkenbertruine


Selbst der einsetzende Gewitterregen konnte am Mittwochabend die wenigen Zuhörer in der Frankenthaler Erkenbertruine nicht veranlassen, nach Hause zu gehen. Zu gut und abwechslungsreich gelang es der TC Big Band Haßloch, die Zuhörer mit einem aufregenden Swing in den Bann zu ziehen.


Der in allen Positionen mit hervorragenden Musikern besetzten Band gelang es, eine Vielfalt an Sounds, an Arrangements vorzustellen und dabei jedem Titel ein eigenes Gepräge zu geben.


Schon am Anfang hatte man sich schnell gefunden und zelebrierte einen überraschen homogenen Sound, der unterbrochen durch die vielen gekonnten Soli an Lebendigkeit keine Wünsche offen ließ. Paul Schütt, dem Leiter der Band, ist es offensichtlich gelungen, aus jedem einen Solisten zu machen, der die Improvisationskunst beherrscht und dennoch im Arrangement die oft schwierigen Passagen musikantisch ausgestalten kann. Denn am Improvisierten muss man den Einzelnen erkennen können, die Individualität muss erkennbar sein.


Ob man die Soli des Uli Brückbauer oder Markus Irmler nimmt, sie gelangen mit der Trompete sehr ausdrucksstark. Auf der anderen Seite waren Paul Schütt und Dietmar Schönberger zu hören, die mit den Posaunen glänzend aufgelegt waren und die afrikanischen Wurzeln des Jazz aufblitzen ließen. Auch Rainer Dietz und Karin Flörchinger gelangen tief empfundene Solo-Partien, die das Original manchmal als zweitrangig erscheinen ließen. Natürlich ist das nur möglich, weil Gerhard Herrmann mit dem Bass und Reiner Schneider mit dem Schlagzeug stets das richtige Fundament gaben, stets den richtigen Rhythmus und vor allem das swingende Tempo fanden.


Alle Solisten wurden überragt von einem quirligen Energiepaket namens Angelika Rothert. Mit eigener Improvisationssprache gelang ihr mit Leichtigkeit der Spagat zwischen vorgegebenen Melodien und eigenen Interpretationsansätzen, zwischen gefühltem Zusammenspiel mit der Band und freiem Singen.


Dass sie es schaffte, ausgerechnet beim Titel „Blue Sky" den Regen zu vertreiben, setzte ihrem Tun das i-Tüpfelchen auf. Als Beispiel ihrer musikalischen Verwandlungsfähigkeit seien beispielhaft die Titel „Respekt" und „Summertime" genannt. Bei letzteren überwog die wunderschöne Gershwin"sche Kantilene, die sie im Wechsel mit der Band sehr expressiv vortrug und den farbigen Harmonien die nötige Ausdruckskraft gab. Im anderen Titel waren es das schnellere Tempo, die individuellen klanglichen Charakteristika, die unglaubliche Steigerung der Spannung bis zum Schluss, das mitreißende Miteinander, dem sich das Publikum nicht entziehen konnte.


Im Laufe des Abends konnte immer deutlicher der eigene Sound dieser TC Big Band bemerkt werden, der in der rhythmischen Vielfalt und auch Verzwacktheit sehr engagiert erklang. Daneben waren aber auch die Homogenität des Ensembles, der sichtbar freundschaftliche Umgang miteinander, das Spaß-Haben, das jeder sehen konnte, Grundlage für diese Gemeinschaftsleistung. Das dynamische Ausmusizieren der einzelnen Elemente gelang jeder Section immer besser, und so war es klar, dass die Zuhörer mit begeisterten Zurufen applaudierten. Dass die Technik in der Erkenbertruine einen Ton hervorzaubern konnte, der vergessen ließ, dass man sich Open Air befand, ist auch eine Leistung, die man nicht unterschätzen darf, zumal das Technikerzeltdach dem Gewitterregen nicht den Schutz vor Nässe bot, den man hätte erwarten können. (rv)

 


Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Frankenthaler Zeitung
Datum: Freitag, den 17. August 2007
 

 

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